RUND UMS RATHAUS
Die Gegend rund um das Hamburger Rathaus gehört zum historischen und politischen Zentrum der Stadt. Hier treffen Rathaus, Alster, Fleete, alte Kaufmannshäuser und moderne Innenstadt aufeinander. Besonders spannend ist, dass man auf relativ kurzer Strecke die Entwicklung Hamburgs vom mittelalterlichen Hafen bis zur modernen Großstadt nachvollziehen kann.
Hamburger Rathaus ist seit 1897 Sitz von Senat und Bürgerschaft. Der prächtige Bau entstand nach dem Großen Brand von 1842 und sollte den politischen und wirtschaftlichen Anspruch Hamburgs als wohlhabende Handelsstadt demonstrieren. Er wurde zwischen 1884 und 1897 nach Plänen eines Architektenkollektivs unter Leitung von Martin Haller errichtet.
Rathausmarkt davor ist heute ein großer, repräsentativer Platz. Besonders schön ist der Blick vom Rathaus in Richtung Alsterarkaden und Kleine Alster. Der Rathausmarkt ist dabei mehr als nur ein Vorplatz: Er bildet den Übergang zwischen dem politischen Zentrum und der eigentlichen Hamburger Innenstadt.
Kramer Amtsstuben
Die Krameramtsstuben gehören zu den schönsten erhaltenen historischen Anlagen Hamburgs. Sie liegen direkt unterhalb des Michels am Krayenkamp und vermitteln einen sehr guten Eindruck davon, wie Hamburg vor mehreren Jahrhunderten aussah.
Die Geschichte ist besonders interessant: Das Krameramt war eine Vereinigung von Hamburger Kleinhändlern. Die Krämer handelten unter anderem mit Gewürzen, Seidenstoffen und Eisenwaren.
Im Jahr 1676 ließ das wohlhabende Krameramt Wohnungen für 20 Witwen verstorbener Amtsbrüder errichten. Das war eine frühe Form einer sozialen Absicherung. Die Witwen bekamen nicht nur eine kostenlose Wohnung, sondern auch Brennholz und eine kleine Rente.
Der soziale Gedanke hatte allerdings auch einen praktischen Hintergrund: Die Witwen durften die Geschäfte ihrer verstorbenen Männer nicht selbstständig weiterführen. Die Läden konnten deshalb an neue Krämer vermietet werden, während die Witwen in die dafür vorgesehenen Wohnungen umzogen.

























